Lärmszene Aktuell

Missbräuchlicher Sportwagenlärm

Es braucht Lärmmessfallen und Bussen, denn wer mit offener Auspuffklappe durch bewohntes Gebiet fährt, ist eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit.

Bundesgerichtsentscheid fordert Ausschöpfung aller Sanierungsmassnahmen

Der Entscheid zur Zuger Altstadt (1C_589/2014, Urteil vom 3. Februar 2016) bestätigt unsere Forderung für Lärmsanierungen: 'Ein Mix aus allem Möglichen, und nicht möglichst Nix' und regt einen Probelauf mit Tempo 30 an.

IG Kehlhof interveniert gegen unzureichenden Lärmschutz

Der von der Fachstelle Lärmschutz des Tiefbauamtes Kanton Zürich vorgesehene Lärmschutz entlang der Seestrasse in Stäfa reicht nicht aus.

Der Abgas- ist auch ein Lärmskandal

Was der VW-Abgasmess-Skandal in den USA jetzt zutage bringt, praktiziert die Fahrzeugindustrie auch beim Motorenlärm. Die Politik muss ihnen endlich auf die Finger klopfen!

Strassenlärmsanierungen in Verzug

Die Fristen laufen bald ab, aber vielerorts sind Lärmsanierungen in Verzug: Was können betroffene Hauseigentümer tun?

Fake News

«Bremser für Tempo 30» ­­- mit Fake News aus dem ASTRA

Kommentar zu TA vom 06.02.2018, S. 1 und 17 von Dr. Peter Ettler

Das ASTRA kämpft zusammen mit den grossen Automobilverbänden ACS und TCS gegen Temporeduktionen auf Haupt- und Durchgangsstrassen . Sein gutes Recht, sagt die Lärmliga Schweiz, aber nur solange es das Gebot der objektiven Information einhält. Denn es ist keine Lobbyorganisation, sondern Teil der Bundesverwaltung, und diese geniesst hierzulande (noch) grosses Vertrauen. Laut dem Artikel verletzte das ASTRA das Gebot der objektiven Information mehrfach. Im Folgenden die Entgegnung der Lärmliga Schweiz zu den wichtigsten Punkten:

  • Tempo 30 beeinträchtigt die Kapazitäten von Durchgangsstrassen nicht. Das ASTRA selbst verlangt bei dichtem Kolonnenverkehr auf Hochleistungsstrassen Temporeduktionen – um mehr Verkehr durchzuschleusen. Weil die Reduktion von 50 auf 30 km/h kürzere Abstände zulässt, steigt die Kapazität innerorts ebenfalls. Zudem wäre der Verkehr in Berlin, wo Durchgangsstrassen grossflächig temporeduziert sind, schon längst zusammengebrochen (Vgl. auch die nachts in Friedrichshafen auf T30 reduzierte Bundesstrasse 31) . Dass Tempo 30 funktioniert, zeigt auch der grossangelegte Versuch in der Stadt Lausanne, wo nachts auf 2 Hauptachsen Tempo 30 gilt: Die Geschwindigkeit sinkt, und Anwohnende und Autofahrende sind zufrieden.
  • In keiner der drei Städte wird das ASTRA-Prinzip der «selbsterklärenden Strasse» eingehalten, d.h. es gibt weder Verengungen noch Aufpflästerungen noch dergleichen. Die Autofahrenden respektieren die Tempolimiten trotzdem und sind viel intelligenter als das ASTRA meint. Und noch viel besser: Im Laufe der Zeit wird Tempo 30 immer besser eingehalten!
  • Tempo 30 führt zudem weder zu verstärktem Abbrems- und Beschleunigungsverhalten noch zu mehr Lärm, sondern zu weniger von beidem, wie sämtliche seriösen Untersuchungen belegen. Gemäss Studie von Grolimund & Partner vom 16.1.2015 halbiert sich etwa der Mittelungspegel (Leq) mit Tempo 30. Tempo 30 vermindert zudem die Maximalpegel um rund 5 – 8 dB und schützt daher nachts viele Strassenanwohnende vor Aufwachreaktionen.

 

Der Bundesrat legt im «Nationalen Massnahmenplan zur Verringerung der Lärmbelastung» vom 28.6.2017 ein Schwergewicht auf die Bekämpfung des Lärms an der Quelle. Umso befremdlicher ist es, dass das ASTRA durch offene Unterstützung der Parlamentarischen Initiative Rutz die einfachste und kostengünstigste Massnahme für den Gesundheitsschutz der Strassenanwohnenden zu torpedieren versucht. Dabei geht es sprichwörtlich über Leichen: Jährlich sterben rund 500 Menschen an Herz-/Kreislaufkrankheiten, die gemäss neuesten Untersuchungen dem übermässigen Strassenlärm zuzuschreiben sind.


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