In Kürze

Die wichtigsten Eckdaten der Lärmliga.

1956
Gründung Lärmliga

1963
Bericht «Lärmbekämpfung in der Schweiz»

1987
Lärmschutzverordnung tritt in Kraft

2003
Peter Ettler wird Präsident der Lärmliga

2013
Lärmliga tritt mit frischer Kraft auf

Die Geschichte der Lärmliga

laermmatinee

Der Beginn der Lärmbekämpfung

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Lärm und die Lärmbekämpfung in der Schweiz zum Thema. Einerseits sorgte der immer grösser werdende Baulärm für Empörung beispielsweise der schier endlose Rammlärm der Baustelle „Jelmoli“ in Zürich. Anderseits ärgerten sich immer mehr Leute über den zunehmenden Fluglärm. Viele Lärmbetroffene, Fachleute und Politiker begannen sich intensiv mit dem Thema Lärm und Lärmbekämpfung zu befassen, darunter Persönlichkeiten wie Rechtsanwalt Dr. Otto Schenker-Sprüngli, Professor Dr. Karl Oftinger, Professor Dr. Hans Huber, Professor Dr. Willy Furrer, Dr. med. Otto Spühler, und viele andere.

Am 22. August 1956 wurde an der ETH Zürich die Schweizerische Liga gegen den Lärm gegründet. In der Folge traten auch viele Politiker der Lärmliga bei, darunter amtierende Bundesrat Markus Feldmann, Ständerat Rudolf Stüssi Nationalrat Philipp Schmid-Ruedin, und andere mehr.

Dank dieser Vernetzung mit der Politik erschien 1963 der Bericht «Lärmbekämpfung in der Schweiz», der dringenden Handlungsbedarf ortete und der Lärmbekämpfung zugleich einen steinigen Weg voraussagte. Die Diskussion über gesundheitsschädlichen und lästigen Lärm beflügelte die Bestrebungen, einen Umweltschutzartikel in der Verfassung zu verankern und anschliessend ein Umweltschutzgesetz zu schaffen. Dieses trat 1985 in Kraft und die Lärmschutzverordnung 1987. Jetzt wähnten sich die Lärmbekämpfer der ersten Stunde am Ziel. Es galt nur noch, das Gesetz zu vollziehen, und dann wäre der Lärmflut ein Ende bereitet. Die Schweizerische Liga gegen den Lärm verlor ihren einstigen Kampfeswillen und entfaltete keine Aktivitäten mehr.

Ab dem Jahre 2000 zeigte sich immer mehr, dass der stetig wachsende Verkehr sämtliche Fortschritte in der Lärmbekämpfung wieder auffrass. Zudem fehlte der politische Wille, mit Sanierungen wirklich ernst zu machen. Massenhaft wurden für den Lärm sogenannte „Erleichterungen“ gesprochen. Der heutige Präsident Peter Ettler sagt dazu:

„Das Umweltschutzgesetz schützt den (Verkehrs-)Lärm und nicht die Menschen.“

Im Jahre 2003 übernahm Robert Hofmann, der frühere Chef der Abteilung Akustik / Lärmminderung der EMPA das Präsidium. Mit dem LärmInfo erhielt der Verein ein attraktives Mitteilungsblatt. Die Tagung zum 50 Jahr-Jubiläum der Lärmliga setzte ein neues Glanzlicht. Mit ihrem Engagement für die Lärmsanierung der Eisenbahn und das zugehörige Bundesgesetz zeigte die Lärmliga, dass sie imstande ist, politisch Einfluss zu nehmen und etwas zu bewegen. Dies verhalf dem Verein die schwindenden Mitgliederzahlen aufzuhalten, aber um ihn finanziell zu stärken, sind neue Mitglieder dringend nötig.

Unter Peter Ettler (Präsident seit September 2010) kam der Vorstand in einem Strategieworkshop 2013 zum Ergebnis, dass „wir die Ausgangslage schaffen, um als Organisation kompetent, solide, auf dem neuesten Stand, aktiv, frisch und frech wahrgenommen zu werden. Zu diesem Zweck entwickeln wir

1. ein einheitliches und aktuelles Erscheinungsbild
2. Instrumente, die unsere Öffentlichkeitsarbeit unterstützen:
3. Wir realisieren jedes Jahr eine thematische Aktion.
4. Wir begleiten jede Aktion mit Medienarbeit.“

Zugleich setzen wir moderne Methoden zum Fundraising ein und haben die operative Geschäftsführung an eine in Medienarbeit und Kommunikation erfahrene Geschäftsstelle kommunikationsberater.ch ausgelagert.

Wer sich für die Lärmliga-Geschichte der Gründungszeit interessiert, dem sei das aufschlussreiche Buch von Mischa Gallati sehr empfohlen:

„Gedämpfter Lärm – Die Schweizerische Liga gegen den Lärm 1956-1966“
2004, 198 Seiten, Taschenbuch ISBN 3-033-00230-7

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