Leiser_Blog

(Kommentare: 2)

Strassenlärm
Dr. iur. Peter Ettler, Rechtsanwalt, Präsident Lärmliga

Dr. iur. Peter Ettler,
Rechtsanwalt,
ehemaliger Präsident Lärmliga

Lärmskandal im Schatten des Abgasskandals

Ein klassischer Irrtum der Lärmdebatte lautet: Heute sind Autos leiser als früher. Das gilt leider nur für den Innenraum. Weniger Fortschritte wurden bei Lärmemissionen nach Aussen gemacht. Mit Blick auf viele schwere und/oder sportliche Fahrzeuge trifft sogar das Gegenteil zu: Sie werden unnötig künstlich lauter gemacht. Das hat mit einem skandalträchtigen Prüfzyklus zu tun: Die Grenzwerte für Autolärm der EU lassen weiterhin Lärmspitzen von 100 und mehr Dezibel zu.

Es gibt viele Motorsport-Aficionados, die in Kommentaren zu unserer Petition «Stopp den Lärmposern» ihre Freude am Geräusch ihrer Fahrzeuge kundtun. Manchmal kommt das ungefiltert und aggressiv daher. Manchmal auch besorgt. Diese Ehrlichkeit freut mich. Denn das schafft Möglichkeiten für gesellschaftliche und politische Diskussionen.

Es gibt aber auch andere, die so tun, als sei das Lärmproblem gelöst, weil die Vorschriften strenger geworden und neue Fahrzeuge so leise seien. Das stimmt nicht. Zwar wurden die im Prüfzyklus einzuhaltenden Grenzwerte in den letzten Jahren gesenkt. Aber ausserhalb des Prüfzyklus, d.h. generell unter 20 oder über 50 km/h, sowie wenn der Prüfzyklus nicht erkannt oder übersteuert wird, darf es röhren und knallen: Auspuffklappen offen und/oder elektronische Soundverstärker in Aktion. Die Parallele zum Abgasskandal liegt auf der Hand: Dort trickste die Fahrzeugindustrie illegal. Beim Lärm schaffte sie es, in die Prüfnormen Löcher einzubauen wie in einem schönen Emmentalerkäse und musste nicht in die Illegalität ausweichen. In beiden Fällen sind sich Autolenker meistens nicht bewusst, dass sie Schaden anrichten.

Als ob dieser Skandal, der nicht die Menschen vor dem gesundheitsschädlichen Lärm schützt, sondern viel mehr den lautstarken Lärm selber befeuert, nicht genügen würde: Ganz unverdächtig sind in Autorubriken und harmlos genannten «Mobilitätsbeilagen» etablierter Medien Sätze zu lesen wie «Der Klang der Abgasanlage ist schlicht beeindruckend, kann aber sozialverträglich im Zaum galten werden». Bloss: Welcher «sportlich orientierte Familienvater» hält den Sound im Zaum, wenn er eine solche Anlage hat?

Erlaubt sind die besonders Lauten zwar nach wie vor. Allerdings: Das Strassenverkehrsgesetz verpflichtet den Fahrzeugführer, jede vermeidbare Belästigung von Strassenbenützern und Anwohnern durch Lärm zu unterlassen. Zu blöd also, wer eine legal laute Maschine gekauft hat, es ihm aber nicht erlaubt ist, die Maschine dröhnen zu lassen, sofern er das beeinflussen kann. Doch wen interessiert das? Die Leidtragenden sind derzeit die Belärmten, weil der Polizei Instrumente und Mittel für die Kontrollen fehlen. Genau hier setzt unsere Petition «Stopp den Lärmposern» an.

 

Diskutieren Sie mit? Was meinen Sie zu unserem Blogbeitrag?

Zurück

Einen Kommentar schreiben

Kommentar von B. Bruderee |

Ich Stehe für ne Kleine Tuning gruppe, die sher daran ist alles Komform und legal zu halten auch beim tema Auspuffanlagen. Ich spreche hir aus meiner persöndöicher erfahrung, und sage ganz klar das die Polizei bei 90% nicht im der lage ist die gesetzliche gegeben heiten zu wissen und das um zusetzen. Aus diser missäre hatte ich letztes jahr aleine 4 strafrechtliche anzeige bekommen. Mit dem eegebnis das jedes einzelne mal freispruch bekommen habe, da ich alles gesetzlich konform bin. Wen die DTC und die MFK jedesmal alles io finden an der anlage sollte die Polizei auch keine handhabung hanem zu messen. Lieber wäre es auf noch bessere gesetzliche schulung. Ander seite dee Medalien haben leute Wie wir extrem Mühe mit den Klappen auspuff anlagen der "modernen" wagen und die posser die sich daraus entwickelt öt haben..... Die ruiniren unseren kult in ganzen den wir von unseren Fätern und müttern in die wige bekommen haben und die widerum von ihrern eltern usw. Solange die farzeuge technisch so weit entwickelt sind desto einfacher ist die iöegale manipulation tion des KFZ was gefühlt auch von der audo industrie gewollt ist. Ich wäre dafür das die Liga hir sich mit dem tema tiefgründiger auseinadersetzen würde
Oltimer, tuner liebhaber wagen.
Zum schluss möchte ich noch sagen.wie ich persöndlich das hand habe mit meinem nicht norm lauten fahrzeug

"Mit einem leissen wagen lautfahren ist einfach. Mit einem lautten auto leisse fahre das ist fahrzeug behersgung"

Kommentar von Peter Ettler |

Lieber Herr Bruderer
Mir gefällt ihr Slogan "Mit einem leisen Wagen laut Fahren ist einfach. Mit einem lauten Auto leise fahren, das ist Fahrzeugbeherrschung". Genau da wollen wir hin mit unserer Petition: Innerorts das Fahrzeug beherrschen: Keine Auspuffklappen- oder Knall-Trickli mehr. Darum verlangen wir an allen Lärm exponierten Orten eine Lärmobergrenze von 81 dB. Das ist soviel, wie die Fahrzeugindustrie und ihre Lobbyisten in der UNECE in Genf und in der EU und beim ASTRA als Lärmobergrenze vortäuschen - und verheimlichen, dass sie nur im Prüfzyklus gilt. Aber die Oldtimer? fragen Sie besorgt. An die haben wir in unserer Petition gedacht: Erstens sollen die 81 dB nicht am Auspuff gelten, sondern in 7,5 m Distanz, genau wie beim Prüfzyklus. Da liegen am Auspuff nach unseren Berechnungen etwa 95 dB drin (die Tiroler-Grenze für das Standgeräusch). Zweitens kann man Oldtimern, die doch zu laut sind, mit einer Ausnahmebewilligung entgegenkommen. Steht alles in der Begründung unserer Petition. Auch für uns sind nicht die Oldtimer das Problem, sondern die aus Verkaufsgründen von der Fahrzeugindustrie aufgemozten und mit 0.9% und weniger verleasten Sportwagen, SUV und Bikes, die sich jedes Bubi leisten kann.
Ich wünsche Ihnen beherrschte Fahrt!

Einen Kommentar schreiben

Bitte addieren Sie 9 und 3.